Podcast #2: Es war einmal… die Demokratie #Postdemokratie

Es war einmal… die Demokratie. Alle konnten mitbestimmen, was gemacht wird, zumindest hatten sie die Chance gehört zu werden. Heute ist das inzwischen ein Stück weit vorbei – so die These von Colin Crouchs Essay „Postdemokratie“, über den Chris und ich in der heutigen Episode fachsimpeln. Bereits 2004 erschienen – in der Aufnahme waren wir uns da nicht ganz so sicher – nimmt der Text … Podcast #2: Es war einmal… die Demokratie #Postdemokratie weiterlesen

Podcast #1: Verschwörung #Querdenkerbommel

Wir sind mitten in der Corona-Krise. Die Politik hat eine ganze Industrie-Nation fast auf null herunter gefahren. Nach zwei Monaten Lockdown und Beschränkungen, reißen an vielen Stellen langsam die Geduldsfäden. Eine eigenartige Querfront geht auf die Straße. Oft ganz normale Leute, die um ihre Existenz und ihre Freiheiten besorgt sind, eben aber auch Impfskeptiker, Rechtsextreme und natürlich Verschwörungstheoretiker. Nach der angeblichen Umvolkung von 2015 werden wir jetzt angeblich zur Beute der Pharmaindustrie, der totalen Überwachung u.s.w. Derweilen sitzen wir drinnen, halten ein paar hundert Meter Sicherheitsabstand und machen uns einen Reim auf alles. Auch wenn Deutschland im Netzausbau viel verpennt hat, bleibt die Telefonleitung stabil. Viel Spaß also mit der ersten Folge des #gottistlinks Podcasts. Podcast #1: Verschwörung #Querdenkerbommel weiterlesen

Volksentscheide sind nicht „demokratischer“ – Vier Argumente und eine Alternative

Demokratische Verfahren gibt es in einfach und in kompliziert. Die einfache Version ist die Basisdemokratie: Alle heben die Hand, die Mehrheit entscheidet. Die komplizierte Version ist die parlamentarische Demokratie: Alle wählen regelmäßig Mandatsträger und die entscheiden dann. Abgeordnete stimmen ab und stimmen sich vor dem Abstimmen ab.  Kompliziert ist die zweite Version deshalb, weil ich als Bürger gefühlt weniger Kontrolle über meine Stimme habe. Selbst … Volksentscheide sind nicht „demokratischer“ – Vier Argumente und eine Alternative weiterlesen

Geschlecht ist Sexismus: Warum wir mit der Kategorie Geschlecht heute empfindsamer umgehen.

Auch einer Judith Butler war bewusst, dass Geschlecht als Narrativ etwas ist, dass man nur schwer einfach ablegen kann. Wir befinden uns in einer Spannung, hier einerseits mit Identitäten arbeiten zu müssen, andererseits aber immer auch deren Überwindung anzustreben.
Dies sieht man insbesondere natürlich im Feminismus. Denn eine Gleichstellung der Geschlechter bedingt einerseits Solidarität, das heißt auch ein bewusstes Bekennen zum eigenen Geschlecht, vielleicht auch ein gezieltes Herausarbeiten der eigenen Identität zwecks Emanzipation. Andererseits ist eine wirkliche Gleichstellung nur dann erreichbar, wenn die Bedeutung der Kategorie Geschlecht für unsere Identität eher kleiner, unbedeutender wird.
Dieses Spannungsfeld der Betonung, bei gleichzeitiger Überwindung, findet sich in Diskursen um Sexismus und Heteronormativität letztlich in gleicher Weise wieder. Und genau diese Spannung ist es, die ein solch hohes Maß an Empfindsamkeit im Gespräch fordert. Geschlecht ist Sexismus: Warum wir mit der Kategorie Geschlecht heute empfindsamer umgehen. weiterlesen

Die Sache mit der Toleranz: Wie viel Intoleranz muss die Toleranz aushalten können?

Toleranz ist ein Begriff, der in aktuellen Diskussionen wieder häufiger abgerufen wird. Wurde die Begrifflichkeit in den letzten Jahrzehnten vor allem von linksliberalen Milieus in Beschlag genommen, die diese vor allem im Rahmen von Identitätspolitik genutzt haben, hört man heute auch öfter aus eher konservativen Kreisen Stimmen, die ihre Positionen betreffend auf den Begriff referieren und mehr Toleranz einfordern für ihre Ansichten und Stimmen im Diskurs. Die Sache mit der Toleranz: Wie viel Intoleranz muss die Toleranz aushalten können? weiterlesen

Die Bibel „wörtlich“ nehmen? Wie Texte funktionieren (und wie sie nicht funktionieren)

Zu Beginn eine kleine Geschichte*: Ein Missionar lebt im südamerikanischen Urwald. Er predigt dort für einen Stamm von Ureinwohnern. Diese Menschen leben nicht in Häusern, sondern in Bäumen: Wer eine “Wohnung” baut, der rammt einen Pfahl in die Erde und baut seine Behausung oder seine Hängematte dort hinein. Der Missionar übersetzt für sie sogar das Neue Testament – bis er zum berühmten Text am Ende … Die Bibel „wörtlich“ nehmen? Wie Texte funktionieren (und wie sie nicht funktionieren) weiterlesen

Wäre es überhaupt gut, wenn Gott existiert? Die existenzialistische Herausforderung

Man kann die Frage, ob Gott existiert, aus zwei Richtungen stellen: von ihren Begründungen oder von ihren Folgen her.  Die erste Perspektive ist die der Gottesbeweise und -widerlegungen: Was spricht für Gottes Existenz und was dagegen? Gibt es ihn wirklich und warum?  In diese Diskussion gehören zum Beispiel die großen Gottesbeweise der Philosophiegeschichte (ontologisch, kosmologisch, teleologisch), sowie deren Widerlegungen. Außerdem natürlich die Theodizee-Frage (“Wie kann … Wäre es überhaupt gut, wenn Gott existiert? Die existenzialistische Herausforderung weiterlesen

Was ist eine gerechte Verteilung? Die Arbeiter im Weinberg

Der Text im Neuen Testament, der mich zur Zeit am meisten fesselt, ist das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Denn er stellt die große Frage nach einer “gerechten” Verteilung. In Matthäus 20, 1-15 lesen wir (EÜ 2016):  Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. 2 Er einigte sich mit den … Was ist eine gerechte Verteilung? Die Arbeiter im Weinberg weiterlesen

Sprachfähig werden – Was wir von Greta Thunberg lernen können

Ich glaube als progressive Christen müssen wir wieder eine Sprache finden die deutlich ist. Wenn es uns ernsthaft um Gerechtigkeit, Toleranz, Nachhaltigkeit und Frieden geht, dann müssen wir lernen unseren Themen auch wieder klare Worte zu geben. Und ich glaube wir könnten diese finden. Zumindest in unserem Milieu. Vielleicht ist die Zeit reif wieder von Sünde zu sprechen. Von Schuld. Vielleicht ist die Zeit reif einmal ernst zu werden. Ungerechtigkeit ist die Spur, die Sünde hinterlässt. Da braucht es klare Worte. Sprachfähig werden – Was wir von Greta Thunberg lernen können weiterlesen

Kapitalismus lernen und verlernen – Der Schatz im Acker und die kostbare Perle

Im 13. Kapitel des Matthäusevangliums lesen wir zwei Erzählungen vom Kaufen und Verkaufen (V. 44-46): „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin, verkauft alles, was er hat und kauft den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin … Kapitalismus lernen und verlernen – Der Schatz im Acker und die kostbare Perle weiterlesen