Der reiche Jüngling und das Kind im Teich – Exkursionen durchs Nadelöhr

(Florian Kraemer)

Das Matthäusevangelium erzählt die Geschichte eines reichen, jungen Mannes, der Jesus fragt: “Was muss ich tun, um gerettet zu werden?” Die Antwort: “Verkaufe alles, was Du hast und gib es den Armen und folge mir nach.” Eine offensichtlich niederschmetternde Antwort: “Er ging traurig davon, denn er hatte viele Güter.” (Mt. 19, 16-26)
Der Reichtum ist sein Stolperstein. Warum eigentlich?

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Der Weg eines Skeptikers (Teil III): Brauchen wir noch einen Gott?

(Christoph Schmieding)

Im dritten Teil dieses Projekts möchte ich über meine Faszination für die Geschichte um Jesus Christus sprechen. Ich will zeigen, warum dieser Jesus für mich alleine Grund genug ist glauben zu wollen und dass sich christlicher Glaube vor allem dann lohnt, wenn wir ihn wirklich christozentrisch verstehen und leben. Jesus is the Middle. Das wäre für mich ein Glaubensbekenntnis das ich teilen und leben kann.

Der Weg eines Skeptikers (Teil II): Wie der Humanismus mir zum Re-Entry in den Glauben wurde

(Christoph Schmieding)

Im zweiten Teil dieses Projekts möchte ich mit dem Thema der christlichen Moral einen weiteren Moment herausarbeiten, der mir den Glauben gewissermaßen verleidet hatte. Aber ich will auch darüber erzählen wie ich über die Auseinandersetzung mit der humanistischen Ethik irgendwie dann doch auch meinen Re-Entry in den christlichen Glauben finden konnte. Geht Humanismus und evangelikaler Glaube zusammen? Hier versuche ich mich einmal daran.

Der Weg eines Skeptikers (Teil I): Wie ich aus dem Paradise Club flog

(Christoph Schmieding)

In diesem dreiteiligen Projekt will ich etwas über den Weg eines Zweiflers erzählen, der christlich aufgewachsen ist, irgendwie aber aus der Matrix flog und letztlich über die Auseinandersetzung mit der humanistischen Ethik und das Formulieren neuer Narrative, dann doch seinen Re-Entry in den Glauben fand. Ich will darüber nachdenken wie Humanismus und Glaube zusammen geht und wo Glaube eine humanistische Ethik vielleicht sogar bereichern und vervollständigen kann. Der erste Teil erzählt vor allem von einer Biografie des Zweifelns und dem Verlust einer liebgewonnen Kindheit.

Warum Konfrontation unter Christen wichtig ist

(Christoph Schmieding)

Ich hatte im Rahmen einer Diskussion um den Hossatalk mit Johannes Hartl viel Kritik einstecken müssen, ob meiner doch sehr antagonistischen Position zu Hartl und dem Talk mit ihm. Sicherlich auch zu recht, denn ich habe mich ziemlich aus dem Fenster gelehnt. Das „Fuck You“ von Gofi und Jay hab ich wohl vernommen und muss diese Kritik, als jemand der sich eben aus dem Fenster lehnt, natürlich auch einstecken können. Ja, ich reiße hier bewusst die Gräben auf, ja ich will hier auch nicht zu viel „Friede, Freude, Eierkuchen“ aber das aus sehr bewussten Grund und zwar, weil dieses „wir schauen nur aufs Positive“ oder „wir schauen auf das was uns eint“ – dieses Schönreden letztlich, dieses Ablenken von den eigentlichen Frage, die typische Rhetorik ist, mit denen in dieser Szene gearbeitet wird. Das ist die typische Sprachregelung, mit der da die übelsten Ausreißer, die haarsträubendsten Dinge kritiklos stehen gelassen oder gar unter den Teppich gekehrt werden. Ich persönlich bin dem einfach müde.

Warum die christliche Beziehungsmoral uns eher mehr Wert zerstört, als sie uns spendet – Ein Plädoyer für mehr wertvolle Beziehungen

(Christoph Schmieding)

Mein Glaube will das Schöne feiern. Ich glaube nicht an irgendwelche abgehobenen Ideale, sondern an die Kraft des Schönen und Guten. Das ist es was uns positiv beeinflussen kann, was uns etwas gibt im Leben. Was uns Kraft gibt auch selber Schönes und Gutes zu tun. Die Bibel ist voll mit verschiedensten Beziehungskonzepten – keines davon ist auf unsere heutige Realität wirklich anwendbar. Was aber anwendbar ist, ist der Ruf zum Guten. Zu einem liebevollen Umgang miteinander. Ist der Ruf, unser Gegenüber zu respektieren und zu schätzen, ihm Wert zuzusprechen. Und das ist in sehr unterschiedlichem Rahmen möglich.

Warum wir nicht den alten Wein in neuen Schläuchen, sondern den neuen Wein in alten Schläuchen wollen – Was man vom Hossatalk mit Johannes Hartl lernen kann

(Christoph Schmieding)

Was uns die Neo Kons verkaufen wollen ist der alte Wein, den wir schlucken sollen, nur in neuen, schicken Schläuchen getarnt und mit ganz viel Candy versüßt. Dabei vergessen sie, dass auch alter Wein nicht per se gut ist, sondern dass er irgendwann kippt, das er verfällt und ungenießbar werden kann. Nein, was wir brauchen ist der neue, frische Wein. Der Wein aus guten jungen Jahrgängen, mit dem wir die alten Schläuche neu füllen und damit wieder beleben. Ja, wir brauchen Spiritualität, die prickelnde Frische eines guten Rose, eines Glaubens der lebt und belebt. Und ja, wir brauchen Mystik – wir brauchen einen Gott den man auch Anfassen, den man nicht nur Denken kann. Und ja, wir brauchen auch das Potential von „Offenbarungen“, die Erfahrung, dass sich uns etwas eröffnet, etwas offenbar wird. Aber nicht um dies in die Kongruenz einer Tradition zu stellen, eines Re-Entries in ein System von gestern, sondern als Quelle gegenseitiger Inspiration und Erbauung. Wir brauchen einen offenen Glauben, der radikal denken und real fühlen kann. Der seine Ergebnisse aber nicht in Dogmatik hüllt und zu Wissensdiskursen aufbläst, sondern der von der Vielfalt, der Multikulturalität lebt.

Individualisierung und Glaube: Über den Generationenkonflikt in unseren freikirchlichen Gemeinden

(Christoph Schmieding)

Wenn Kirche mit ihrem Pochen auf Bekenntnisbekundungen und ihren Egozentrik Vorwürfen jungen Menschen Glauben so dermaßen verdichtet und verengt, ist vorhersehbar, dass ein Großteil der jungen Generationen Kirche und institutionalisiertem Glauben komplett den Rücken zuwenden wird. Einfach, weil der Spagat, der dort von ihnen gefordert wird, sie innerlich zerreißen würde. Kirche muss ihren Weg finden Pluralität zuzulassen, muss es aushalten können, wenn Menschen tradierte Werte und Vorstellungen hinterfragen, um für sich selbst Überzeugungen zu finden, die sie wirklich integrieren, die sie tragen und verantworten können.

Was ist Anbetung heute? – Eine Reise nach Phantasien

(Christoph Schmieding)

Ja, es geht nicht mehr darum Gott ein Rauchopfer zu bringen. Ja, es geht nicht mehr darum einem Gott zu huldigen einfach seiner Heiligkeit wegen. Es geht vielmehr darum in Beziehung zu treten. „It’s all about connection“ sagt wiederum Amanda Cook sehr häufig, ebenfalls prominente Worshipleiterin bei Bethel Music. Es geht darum Begegnung zu suchen, um in dieser Begegnung echt werden zu können, die Blätter abzulegen mit welchen wir unsere Scham bedecken. Es geht um einen Schutzraum, in welchem wir eine geistliche Freikörperkultur leben können, in welchem wir uns nicht voreinander verstecken brauchen, in welchem jeder so sein kann wie er ist, wie er wirklich empfindet, mit seinem Schmerz, seinen Minderwertigkeitsgefühlen und seinen Verletzungen. Wo wir uns zum Affen machen können, wo wir sagen: „Fuck you all – Jesus loves me“ Irgendwie sehr befreiend oder?

Ist Christsein unpolitisch? – Eine Kritik an der Idee des Unpolitischen

(Christoph Schmieding)

Zur Wahl zu gehen, die verschiedenen Fraktionen eines Landestages oder Bundestages direkt wählen zu können, dies ist nur die Oberfläche von dem was wir Demokratie nennen. Die Spitze des Eisberges sozusagen, das was für uns augenscheinlich ist. Es ist aber nicht das Ganze. Demokratie ist viel mehr. Demokratie ist der Bau unter der Wasseroberfläche, der Grund auf dem wir als Gesellschaft stehen, die Basis dafür, dass wir freie Wahlen überhaupt durchführen wollen und können. Deshalb erschöpft sich Partizipation auch nicht darin, lediglich zur Wahl zu gehen, sondern geht viel tiefer, ist viel alltäglicher. Wir sind viel politischer als wir denken.