Kapitalismus lernen und verlernen – Der Schatz im Acker und die kostbare Perle

Im 13. Kapitel des Matthäusevangliums lesen wir zwei Erzählungen vom Kaufen und Verkaufen (V. 44-46): „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin, verkauft alles, was er hat und kauft den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin … Kapitalismus lernen und verlernen – Der Schatz im Acker und die kostbare Perle weiterlesen

Warum Glaube keine Moral begründet

Mit dieser Überschrift mache ich mir vermutlich nicht viele Freunde. Christen legen schließlich viel Wert darauf, dass menschliches Leben und Zusammenleben dann „gelingt“, wenn es sich „nach Gottes Maßstäben“ richtet. Im Grundsatz sind sich „Konservative“ und „Progressive“ (wenn wir das Begriffspaar mal behalten wollen) darin sogar einig. Natürlich gibt es Unterschiede. Konservative würden sagen: Moral können wir direkt aus der Bibel herauslesen. Was da steht, … Warum Glaube keine Moral begründet weiterlesen

Red Letter Christians

Der Begriff „Red Letter Christians“ geht auf spezielle Bibeleditionen zurück, die vor allem im amerikanischen Raum verbreitet sind. Bei diesen Editionen werden alle Jesus Worte in den Evangelien rot hervorgehoben. Die Red Letter Bewegung will nun diese Jesus Worte der Bibel in besonderer Weise priorisieren. Denn, es macht etwas mit unserer Textrezeption, wenn wir einzelne Stellen so deutlich herausstellen. Die roten Lettern der Jesus Worte stehen so über dem Gesamten der Schrift, es wird eine klare Gewichtung vorgenommen. Es wird gesagt, an den roten Letter kommt nichts vorbei, sie sind die Essenz der Schrift, andere Aussagen der Bibel müssen sich diesen Worten Jesu unterordnen. Red Letter Christians weiterlesen

„Weiter Glauben“ von Thorsten Dietz

In seinem Buch „Weiter glauben“ nimmt sich Thorsten Dietz, Professor für systematische Theologie am theologischen Seminar TABOR in Marburg, auf knapp 200 Seiten so einiges vor. Bereits der Titel ist ein Spiel mit der Semantik. Denn „weiter glauben“ meint nicht nur ein weiter glauben im biografischen Sinne, spricht also von Menschen die vielleicht mit ihrem Glauben ringen und nach neuen Wegen suchen Glauben zu leben und auszudrücken, sondern eben auch ein „weiter“ in Kontrast zu einem Begriff der „Enge“. „Weiter Glauben“ von Thorsten Dietz weiterlesen

Der reiche Jüngling und das Kind im Teich – Exkursionen durchs Nadelöhr

Das Matthäusevangelium erzählt die Geschichte eines reichen, jungen Mannes, der Jesus fragt: “Was muss ich tun, um gerettet zu werden?” Die Antwort: “Verkaufe alles, was Du hast und gib es den Armen und folge mir nach.” Eine offensichtlich niederschmetternde Antwort: “Er ging traurig davon, denn er hatte viele Güter.” (Mt. 19, 16-26)
Der Reichtum ist sein Stolperstein. Warum eigentlich?
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Warum die Bibel kein Handbuch für moralische Gewissensfragen ist

Texte sind immer mehrdeutig. Sie sind nicht gleichzusetzen mit einer Face to Face Situation, wo ich mein Gegenüber bei Verständnisschwierigkeiten befragen kann, wo in einem kommunikativen Prozess Vorstellungen abgeglichen und so zu einem gemeinsamen Verstehen gefunden werden kann. Über Texte kann ich den Autor nicht direkt kontaktieren. Ich kann nur versuchen, das Geschriebene zu entschlüsseln. Ob meine Interpretation dann dem entspricht, was der Autor eigentlich hat ausdrücken wollen, das werde ich nie mit absoluter Sicherheit sagen können. Warum die Bibel kein Handbuch für moralische Gewissensfragen ist weiterlesen